Freitag, 30. Dezember 2011

Vergangenheitsbewältigung...

...die Tage dreizehn bis bis sechzehn!!!

Das Blut abzapfen geht weiter! Aber heute am 17. Dezember macht der Doc es persönlich und sucht dabei das Gespräch mit mir. Was ist denn hier los? Ein Doc, der mit dem Patienten spricht. Ding gibt es!?! Trotz alledem, die Lage ist ernst. Leberzellen sterben ab und es kann Lebensgefahr bestehen. Meine Gerinnungswerte des Blutes sind nur noch auf 50 %. Die Situation ist kritisch, aber klinisch stabil. Allerdings gibt es auch erste Anzeichen von Besserung, meine Billirubinwerte sind etwas gefallen, aber immer noch sehr hoch. Verschiedene Leberwerte sind auch zurückgegangen. Nun bekomme ich auch zu ersten Mal Medis, die gezielt für die Leber sind.

Ich fühle mich hier gut aufgehoben und fachlich und menschlich in guten Händen. (Das tut gut!!!)

Man höre und staune, am 18. Dezember kein Aderlass, dafür gab es ein neues Medi. Aber das besondere an diesem Tag war, dass meine Familie zum Besuch in die Uniklinik kam. Und wo mein "Schäfchen" schon mal hier war, hat der Doc die Chance genutzt und ihr auch die ganze Situation erklärt. Toll, wenn sich ein Doc mal Zeit für seine Patienten und die Angehörigen nimmt, um hier ein paar erklärende Worte zu sprechen.

Jetzt weiß ich, warum mir gestern kein Blut abgezapft wurde - das wurde heute am 19. Dezember nachgeholt. Gefühlte zwei Liter (17 Röhrchen unterschiedlicher Größe) hat die junge Ärztin aus meinen Adern gezogen. Und dann gab es noch was unangenehmes "24 Stunden Sammelurin", d. h. 24 Stunden in einen Pott pinkeln.  Nach der Hälfte der Zeit ist das nichts mehr für empfindliche Nasen. *örks*
Der Doc spricht mit mir meine Blutwerte durch und kommt zu dem Schluss, dass Weihnachten eine gute Zeit ist, um in den eigenen vier Wänden zu sein. Denn meine Blutwerte werden stetig besser und man ist mit den Ergebnissen zufrieden. *hurra*

Dennoch werden am 20. Dezember noch einige Untersuchungen gemacht. Auf dem Programm stehen heute Abdomensono, EKG, dann folgt ein Visite von und mit dem Oberarzt. Prof. Dr. .... Auch der Prof. ist zufrieden mit den Werten und spricht ebenfalls von einer Entlassung noch vor Weihnachten. Am Mittag werde ich noch zum Fotoshooting in die Röntgenabteilung (Thoraxaufnahmen) geschickt, abschließend steht noch ein Dopplersono & Trägheitstest der Leber an.

In den Nachmittagsstunden taucht mein Doc im Zimmer auf und sagt "Wir sind Uni!" - ich schau ihn verständnislos an - Er weiter: "Und wir bilden auch aus." - Ich: "Okay!" Er: "Würden Sie sich für drei Studenten zur Verfügung stellen und diesem Ärztenachwuchs ein paar Fragen beantworten? Dauer der ganzen Aktion liegt etwa bei einer halben Stunde." - Ich: "Natürlich bin ich für sowas zu haben." Er: "Danke, ich schicke die Studenten gleich vorbei!" Ich: "Gut, bis dann!"
Zwei Minuten später geht die Tür auf und zwei Studentinnen und ein Student kommen ins Zimmer. Der Fragebogen ist schnell abgearbeitet und es werden noch ein paar Fragen gestellt. Zwischenzeitlich hat sich eine Oberärztin zu der kleinen Schar gesellt. Wie sich jetzt herausstellt, ist Frau Oberärztin für die Begleitung der Studenten und zur Unterstützung während des Studiums zuständig. Sie stellt jede Menge Fragen an die Studenten und nun beginnt auch eine eingehende Untersuchung des Patienten. Hier wird geklopft und gedrückt, abgehört und befragt. Es entwickelt sich eine richtig nette Lehrveranstaltung. Aus der eigentlichen halben Stunde wurde so ganz locker das dreifache der eigentlichen Zeit. Aber ich habe viel gelernt, die Studenten hoffentlich auch, und Spaß hat es auch noch gemacht. Abwechslung vom Alltag im Krankenhaus.

Fortsetzung folgt...


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