Samstag, 31. Dezember 2011

Silvesterwunsch...





Ich wünsche euch, dass ihr den Tag lächelnd beginnen könnt,
in froher Erwartung all der vielfältigen Aufgaben, die auf euch warten 
und all der Begegnungen, die euch geschenkt werden;
dass ihr aber auch die nötige Geduld habt, das zu ertragen, 
was euch lästig ist oder was euch überflüssig erscheint.
                                                                                                                   (Irischer Segenswunsch)

Vergangenheitsbewältigung...

...die Tage siebzehn und achtzehn!!!

Der 21. Dezember ist recht einfach und kurz gefasst. Damit mir die nächsten Tage auch ja nichts fehlt, saugt man heute nochmal neun Röhrchen Blut. Kurzes Gespräch mit "meinem" Doc, der noch kurz den Hinweis gibt, dass gleich Visite durch den Chefarzt ist. Prof. Dr. ... 

Der Prof. wird kurz über den Patienten vor sich in Kenntnis gesetzt und hat darauf irgendwie meine Krankenakte im Kopf. Unglaublich!!! Und dann kommen die magischen Worte. "Alles sieht gut aus! Entlassung am Donnerstag, also morgen!" Kurze Zeit später schaut eine Schwester ins Patientenzimmer und sagt "Na, dann lassen Sie uns mal den Zugang entfernen, oder möchten Sie den mit nach Hause nehmen?" "Nee, raus mit dem Ding!", sind meine Worte. Und jetzt bin ich sicher, es geht nach Hause! *freu*

Natürlich muss ich darüber sofort mein Schäfchen in Kenntnis setzen. Und somit auch mein Abholgelegenheit organisieren. Und ab jetzt ist das Warten unerträglich!!! *grins*

Entlassungstag oder auch 22. Dezember genannt. 05.00 Uhr, ich liege wach und warte auf das Aufstehsignal. Dann ist es endlich soweit. Aufstehen, duschen, frühstücken - etwas lesen, Zimmer räumen -  der Doc bringt mir meinen Arztbrief und gibt mir auch einen Termin für die ambulante Untersuchung im Februar - alles ist gepackt, das Schäfchen ist unterwegs. Mittagessen gibt es auch noch. Das Telefon läutet, mein Schäfchen ist da! Kurze Abschiedsworte an Doc und Schwestern und schon bin ich weg.

Es ist so schön, wieder zu Hause zu sein!!!

Freitag, 30. Dezember 2011

Vergangenheitsbewältigung...

...die Tage dreizehn bis bis sechzehn!!!

Das Blut abzapfen geht weiter! Aber heute am 17. Dezember macht der Doc es persönlich und sucht dabei das Gespräch mit mir. Was ist denn hier los? Ein Doc, der mit dem Patienten spricht. Ding gibt es!?! Trotz alledem, die Lage ist ernst. Leberzellen sterben ab und es kann Lebensgefahr bestehen. Meine Gerinnungswerte des Blutes sind nur noch auf 50 %. Die Situation ist kritisch, aber klinisch stabil. Allerdings gibt es auch erste Anzeichen von Besserung, meine Billirubinwerte sind etwas gefallen, aber immer noch sehr hoch. Verschiedene Leberwerte sind auch zurückgegangen. Nun bekomme ich auch zu ersten Mal Medis, die gezielt für die Leber sind.

Ich fühle mich hier gut aufgehoben und fachlich und menschlich in guten Händen. (Das tut gut!!!)

Man höre und staune, am 18. Dezember kein Aderlass, dafür gab es ein neues Medi. Aber das besondere an diesem Tag war, dass meine Familie zum Besuch in die Uniklinik kam. Und wo mein "Schäfchen" schon mal hier war, hat der Doc die Chance genutzt und ihr auch die ganze Situation erklärt. Toll, wenn sich ein Doc mal Zeit für seine Patienten und die Angehörigen nimmt, um hier ein paar erklärende Worte zu sprechen.

Jetzt weiß ich, warum mir gestern kein Blut abgezapft wurde - das wurde heute am 19. Dezember nachgeholt. Gefühlte zwei Liter (17 Röhrchen unterschiedlicher Größe) hat die junge Ärztin aus meinen Adern gezogen. Und dann gab es noch was unangenehmes "24 Stunden Sammelurin", d. h. 24 Stunden in einen Pott pinkeln.  Nach der Hälfte der Zeit ist das nichts mehr für empfindliche Nasen. *örks*
Der Doc spricht mit mir meine Blutwerte durch und kommt zu dem Schluss, dass Weihnachten eine gute Zeit ist, um in den eigenen vier Wänden zu sein. Denn meine Blutwerte werden stetig besser und man ist mit den Ergebnissen zufrieden. *hurra*

Dennoch werden am 20. Dezember noch einige Untersuchungen gemacht. Auf dem Programm stehen heute Abdomensono, EKG, dann folgt ein Visite von und mit dem Oberarzt. Prof. Dr. .... Auch der Prof. ist zufrieden mit den Werten und spricht ebenfalls von einer Entlassung noch vor Weihnachten. Am Mittag werde ich noch zum Fotoshooting in die Röntgenabteilung (Thoraxaufnahmen) geschickt, abschließend steht noch ein Dopplersono & Trägheitstest der Leber an.

In den Nachmittagsstunden taucht mein Doc im Zimmer auf und sagt "Wir sind Uni!" - ich schau ihn verständnislos an - Er weiter: "Und wir bilden auch aus." - Ich: "Okay!" Er: "Würden Sie sich für drei Studenten zur Verfügung stellen und diesem Ärztenachwuchs ein paar Fragen beantworten? Dauer der ganzen Aktion liegt etwa bei einer halben Stunde." - Ich: "Natürlich bin ich für sowas zu haben." Er: "Danke, ich schicke die Studenten gleich vorbei!" Ich: "Gut, bis dann!"
Zwei Minuten später geht die Tür auf und zwei Studentinnen und ein Student kommen ins Zimmer. Der Fragebogen ist schnell abgearbeitet und es werden noch ein paar Fragen gestellt. Zwischenzeitlich hat sich eine Oberärztin zu der kleinen Schar gesellt. Wie sich jetzt herausstellt, ist Frau Oberärztin für die Begleitung der Studenten und zur Unterstützung während des Studiums zuständig. Sie stellt jede Menge Fragen an die Studenten und nun beginnt auch eine eingehende Untersuchung des Patienten. Hier wird geklopft und gedrückt, abgehört und befragt. Es entwickelt sich eine richtig nette Lehrveranstaltung. Aus der eigentlichen halben Stunde wurde so ganz locker das dreifache der eigentlichen Zeit. Aber ich habe viel gelernt, die Studenten hoffentlich auch, und Spaß hat es auch noch gemacht. Abwechslung vom Alltag im Krankenhaus.

Fortsetzung folgt...


Donnerstag, 29. Dezember 2011

Vergangenheitsbewältigung...

...die Tage neun bis zwölf!!!

Blaues Blitzlichtgewitter in den Nachtstunden des 13. Dezember. Was ist los? Ein Krankenwagen, nicht ungewöhnlich an einem Krankenhaus. Nee, die ganze Straße steht voller Feuerwehrautos.
Aufklärung bringt dann die Schwester bei der täglichen Blutsammelaktion. Ein Fehlalarm durch einen defekten Rauchmelder in der Ambulanz war der Grund für die nächtliche Aufregung. Diese Aktion war auch gleichzeitig das Aufregendste an diesem Tag. *grins*

Der Doc kommt und gibt dem "Affen etwas Zucker" - wieder Aussicht auf ein Wochende im eigenen Zuhause. Aber ich bin vorsichtiger geworden. Die Leberpunktion ergab keinerlei Auffälligkeiten.

Der 14. Dezember brachte nichts Neues. Blut aus den Adern ziehen und abwarten.
Ach, da war ja doch noch was. 100ster Jahrestag Südpolexpedition - Roald Amundsen. Was für ein Ereignis!!!

Das Wochenende ist wohl heute am 15. Dezember gestorben. Die Blutentnahme am Morgen rückt als Highlight in den Hintergrund. In einem Gespräch mit dem Prof. teilt dieser kurzerhand mit, dass über eine Verlegung in eine Fachklinik nachgedacht wird. Genaues soll ich am frühen Abend erfahren. Der Prof. meldet sich nicht mehr, weitere Infomationen erst morgen.

Verlegung am 16. Dezember in die Uniklinik steht an - Krankentransport via Taxi - einen Doc habe ich im Krankenhaus nicht mehr zu Gesicht bekommen. Jetzt bin ich in der Uniklinik - Gastroenterologie und Hepatologie - angekommen. Meine Wege führen mich zunächst in die Hauptverwaltung zur offiziellen Anmeldung. Zurück auf meiner Station darf ich dann mein Zimmer beziehen. Eine Schwester nimmt die ersten Werte auf, bevor ich von einer Ärztin untersucht werde. Natürlich werden hier auch ein paar Röhrchen Blut abgezapft. Zusätzlich wird sofort ein Zugang gelegt. Nur für den Fall. Ein anderer Doc besucht mich auf meinem Zimmer. Wie sich herausstellen wird, soll dieser Doc der Doc meines Vertrauens werden. Von ihm werde ich nun in Kenntnis gesetzt, dass ich wegen "akutem Leberversagen" in die Uniklinik eingewiesen wurde.


Fortsetzung folgt...

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Vergangenheitsbewältigung...

... die Tage fünf bis acht!!!

Was ist denn hier los? Der 09. Dezember beginnt erst um 07.00 Uhr mit Blut in Röhrchen füllen. Der Doc spricht sogar von einem Wochenendurlaub, natürlich immer von den Blutwerten abhängig. Die sollten natürlich noch etwas nach unten gehen. Man braucht noch etwas mehr Blut von mir, daher bitten die Vampire gegen 11.00 Uhr erneut zum Stelldichein. Hepatitis ist das neue Zauberwort - aber nach den Ergebnissen aus dem Labor ist dies auch vom Tisch. Der Wochenendurlaub wurde übrigens nicht genehmigt.

Das Wochende und somit der 10. Dezember geht sehr gemütlich los. Blut muss raus - gegen 09.00 Uhr. Meine Armbeuge sieht mittlerweile aus, als sei dort eine Sollbruchstelle. Blutwerte sind minimal gefallen.

Am 11. Dezember zieht man mir das Blut wieder etwas früher aus den Adern. 06.45 Uhr kommen die Geschöpfe der Nacht, bevor die ersten Sonnenstrahlen das Dunkel durchbrechen. Der Doc hält um 08.00 Uhr Hof und verkündet, dass die Blutwerte zwar gefallen seien, aber wieder nur minimal und dies sei nicht zufriedenstellend. Ab 08.15 Uhr habe ich frei. Was heißen soll, dass nichts mehr ansteht an Untersuchungen oder sonstigen Aktivitäten von Seiten des Krankenhauses. Am Nachmittag lasse ich mich stundenweise beurlauben und gehe mit der Familie über den Weihnachtsmarkt.

Die neue Woche geht los! Der 12. Dezember wird ein leicht schmerzhafter Tag. Natürlich wird auch an diesem Tag Blut gesaugt. Die Laborwerte sind nicht zufriedenstellend, aber auch weiterhin unverändert. Der Prof kommt gegen 09.00 Uhr mit einer Patientenaufklärung für den bevorstehenden Eingriff. Der aufmerksame Leser ahnt es schon. Und richtig - nachdem man mir OP-Hemd und Sexy-Wäsche angedreht hat, werde ich gegen 13.30 Uhr meiner Leberpunktion entgegen geschoben. Zwei kleine, wenn auch etwas schmerzhafte Stiche (ich habe erwähnt, dass ich ein Hasenfuß bin) werden gesetzt. Und zum Glück ist man dann auch schon mit den entnommenen Proben zufrieden. Nun heißt es abwarten, was das Labor dazu sagt.

Fortsetzung folgt...

Dienstag, 27. Dezember 2011

Vergangenheitsbewältigung...

...die Tage eins bis vier!!!

Am 05. Dezember habe ich mit Erstaunen festgestellt, dass mein Urin die Farbe von schwarzem Tee angenommen hatte. Bei so einer Verfärbung war auch mir klar, dass hier etwas nicht in Ordnung ist. Aus diesem Grund hab ich sogleich einen Termin bei meinem Hausarzt gemacht.

Der Termin war leicht zu bekommen und die Diagnose auch schnell gestellt. Gesicherter Ikterus (Gelbsucht) - dennoch wollte mein Hausarzt auf Nummer sicher gehen und hat mich ins Krankenhaus eingewiesen.

Die Aufnahme im Krankenhaus war kurz und schmerzlos. Die folgenden Ereignisse zogen sich allerdings etwas in die Länge. Blutentnahme war angesagt - ich war ja noch nüchtern. Dann wurde eine Komplettuntersuchung in der Patientenaufnahme durchgeführt und dabei gefühlte 10 Millionen Fragen gestellt. Einige dieser Fragen kamen mir recht komisch vor. Was man hier alles von mir wissen wollte.

Nun ging es endlich auf Station...          ...das Warten fing an und Tag eins ging zu Ende.

Der 06. Dezember fing sehr früh an. Wecken gegen 06.10 Uhr. Natürlich wurde sofort Blut gezapft. Auf dem Programm für heute stand nur ein Punkt - CT vom Abdomen, das war auch schon um 8.30 Uhr abgehandelt. Sodass ich den Rest des Tages frei hatte. Das Highlight an diesem Tag war ohne Zweifel der Besuch meiner lieben Familie.

07. Dezember, es ist noch finster vor dem Fenster, als um 06.00 Uhr die Stimme einer Schwester durch den Raum schallmeit. Guten Morgen! Gut geschlafen? Blutdruck, Puls und Fieber messen. Hatten sie Stu... Ach, Blut müssen wir ja auch noch abnehmen. Und jetzt raus aus dem Federn, damit ich das Bett machen kann. Frühstück gibt es um halb acht, allerdings nicht für mich - denn ich muss ja nüchtern bleiben.
Nüchtern bleiben für die angesetzte "Ösophagogastroduoendoskopie" (Magenspiegelung). Da ich ein absoluter Hasenfuß bin, habe ich mich für diese Untersuchung ein paar Minuten in ein Paralleluniversum schicken lassen. Zauberwort Kurznarkose.

Am Tag danach, also am 08. Dezember habe ich dann die Möglichkeit erhalten, mit dem behandelnden Oberarzt über die Magenspiegelung zu sprechen. Ergebnis war, dass grundsätzlich alles okay ist. Allerdings habe ich eine Entzündung der Speiseröhre, was das gelegentliche Sodbrennen erklärt. Zudem sei die Öffnung vom Magen zum Darmbereich etwas klein, aber unproblematisch.

Der Chef Prof. Dr. ... macht seinen Antrittsbesuch. Hier gibt es auch noch ein paar aufbauende Informationen. Krebs oder Tumor können aufgrund der vorliegenden Ergebnisse ausgeschlossen werden. Bauchspeicheldrüse und Galle sind okay. Die GOT/GPT-Werte sind sehr hoch, bei weiterem Anstieg droht ein Zerfall der Leber. Als besonderes Intermezzo wird mir für die kommenden Tage eine Leberpunktion angekündigt. Natürlich nur, wenn meine Werte nicht besser werden.

Fortsetzung folgt...

Samstag, 24. Dezember 2011

Heiliger Abend...


Morgenstern der finsteren Nacht,
der die Welt voll Freude macht,
Jesus mein, komm herein,
leucht’ in meines Herzens Schrein. 
(Angelus Silesius, (1624 - 1677), deutscher Arzt, Priester und Dichter)
 

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Ein Weihnachsgeschenk...

...habe ich bereits bekommen!

Ich durfte heute die Uniklinik verlassen und muss gleich nur noch beim Doc reinschauen. Alles wird gut! Zu einem späteren Zeitpunkt werde ich, die ganze Geschichte erzählen. Bis dahin...

Frohe Weihnachten und Gottes Segen euch allen!!!


Sonntag, 4. Dezember 2011

Zweiter Advent...

Preiset den König, der da kommt als der Herr aller Welt.
Preiset den König, der da kommt in dem Namen des Herrn.
Lob im Himmel und Frieden auf Erden.
Sind wir auch Stumm, dann werden die Steine schrein.

Ehret den König, der da kommt als der Herr aller Welt.
Ehret den König, der da kommt in dem Namen des Herrn.
Lob im Himmel und Frieden auf Erden.
Sind wir auch Stumm, dann werden die Steine schrein.

Feiert den König, der da kommt als der Herr aller Welt.
Feiert den König, der da kommt in dem Namen des Herrn.
Lob im Himmel und Frieden auf Erden.
Sind wir auch Stumm, dann werden die Steine schrein.
  (Text und Melodie: Ian Smale 1993)